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Veranstaltungsdetails

Semester: Sommersemester 2012

4.02.035 „She dressed to kill“ - Elisabeth I., die Inszenierung von Herrschaft und die Ambivalenzen des „Goldenen Zeitalters“

Veranstaltungstermin:

  • A11 0-014: Di. 10:00 - 12:00 (13x)
Veranstaltungstyp: Seminar
Form/Art:

Dozenten:

Beschreibung:
Das Interesse an Königin Elisabeth I. (1533-1603) und eine nahezu grenzenlose Bewunderung scheinen unübertroffen. Nur wenige Herrscher haben einem Zeitalter ihren Namen verliehen wie Elisabeth I. von England. Das „Elisabethanische Goldene Zeitalter“ wurde bereits kurz nach ihrem Tod durch William Camden ausgerufen. In seinen 1625 erschienenen Annalen formulierte er: “No oblivion shall ever bury the glory of her name, for her happy and renowned memory still liveth and shall for ever live in the minds of men to all posterity, as one who (…) in wisdom and felicity of government surpassed (…) all the prices since the days of Augustus”.
Gründe für diese auch in der historischen Forschung erkennbare Faszination mit der Person und mit der Herrscherinnengestalt Elisabeth gibt es eine ganze Reihe. Bis in die jüngste Zeit stehen die kulturellen und wissenschaftlichen Errungenschaften, die Stabilisierung des Protestantismus, die Staatsbildung, die außenpolitischen Erfolge und die Gründung des englischen Empire während der 45-jährigen Regentschaft der Königin im Zentrum der Forschung. Ihre Regierungszeit wurde als die Epoche gefeiert, in der der Protestantismus in England endgültig über den Katholizismus siegte und England als das protestantische, von Gott auserwählte Volk zur mächtigsten Nation in Europa aufstieg. Die Zeit Elisabeth I. war eine kulturelle Blütezeit, es war die Epoche Shakespeares, Sir Philip Sidneys und Edmund Spensers. Es war die erste Epoche, in der von einer englischen Nationaldichtung und Nationalliteratur gesprochen werden kann. Während dies vor allem die retrospektive Wahrnehmung späterer Generationen ist, so war für die Zeitgenossen noch ein anderer Umstand wichtig. Zumindest bis 1588 war die elisabethanische Zeit relativ friedlich und England setzte sich damit von den von religiösen und politischen Kriegen geschüttelten Nachbarländern ab.
Seit einigen Jahren hat sich nicht nur das Themenspektrum der Forschung erweitert, sondern es haben sich auch kritische Stimmen in den Chor der Biographen gemischt. Zu den radikalsten Revisionisten zählt Christopher Haigh, der urteilte: “Elizabeth has always seemed the luckiest of the Tudors: she inherited chaos, lived long enough for it to go away, and died before it returned.”
Werden die politischen Leistungen Elisabeth I. an den politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen ihrer Zeit gemessen, so wird ein wesentlich differenzierteres Bild dieser Herrscherin sichtbar.
Gestützt auf eine breite Quellenbasis (online zugänglich) aus Schrift und Bildquellen und in kritischer Auseinandersetzung insbesondere mit der englischen Forschung sollen in diesem Seminar die Ambivalenzen des elisabethanischen Zeitalters herausgearbeitet werden.